Die Geschichte von Johannes

Johannes ist gerade in die zweite Klasse Volksschule gekommen. Die Sommerferien sind zu Ende und der Schulalltag hat ihn wieder. In der Früh kommt er fast nicht aus dem Bett, schnell anziehen, frühstücken und waschen, währenddessen versucht er Gründe zu finden warum er heute nicht in die Schule gehen kann.

In der Schule wartet Frau Schubert, seine Klassenlehrerin. Beide verstehen einander sehr gut. An ihr liegt es nicht, dass Johannes nicht gerne in die Schule geht. Es liegt viel mehr daran, dass er das Schreiben und Lesen nicht leiden kann.
Bei den Klassenkameraden ist er sehr beliebt, denn er hat als Einziger das neue Computerspiel schon durchgespielt. Er kann ganz tolle Geschichten erzählen und versetzt seine Klassenkameraden gerne in eine Welt voller Ritter, schöner Rüstungen und scharfen Schwertern. Kein anderer in der Klasse kann mit seiner Fantasie andere Kinder so begeistern wie Johannes.

Aber kaum soll er vorlesen, verschwimmen die Buchstaben vor seinen Augen. Dieses Phänomen kannte er schon in der ersten Kasse. Seine Mutter hat ganz fleißig mit ihm geübt. Einmal hat er gelesen, dass es nur so eine Freude war, und am nächsten Tag war es eine Qual nur den ersten Satz desselben Textes zu lesen.

Frau Schubert vermutet, dass Johannes ein Legastheniker ist.

Aber was ist ein Legastheniker?

Als Legastheniker bezeichnet man Menschen, die nach der üblichen Definition zwar normal intelligent sind und normale Leistungen erbringen, aber beim Lesen und Schreiben deutliche Defizite aufweisen.

Hat man ähnliche Probleme – sie zeigen sich aber beim Rechnen – so nennt man diese Dyskalkulie.

Als Dyskalkulie(LINK _ Dyskalkulie) bezeichnet man Schwierigkeiten im Umgang mit Zahlen, Zahlenräumen und Grundrechenoperationen. Die Verursachung liegt noch weitgehend im Ungewissen, weil sich die Forschung noch nicht sehr lange mit dieser Problematik beschäftigt. Man nimmt aber an, dass diese ähnliche Ursachen wie die Legasthenie hat.

Johannes scheint aufgrund der Anzeichen und Verhaltensweisen ein Legastheniker(LINK – Talente) zu sein.

Mehr Informationen über Legasthenie und wie man Kindern und Jugendlichen mit Legasthenie helfen kann, finden Sie HIER(LINK – Legasthenie).

Eine Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS)(LINK – LRS) ist nicht ein anderes Wort für Legasthenie!

LRS ist eine erworbene, zumeist auch vorübergehende Problematik, die durch psychische oder physische Ereignisse im Leben eines Kindes hervorgerufen werden kann.

Legasthenie und Dyskalkulie bleiben ein Leben lang bestehen. Nur durch gezieltes Training kann ein legasthener bzw. dyskalkuler Mensch genau so gute Erfolge schaffen wie eine nicht betroffene Person.

Ob Johannes wirklich ein Legastheniker ist, wird sich erst durch einen Feststellungstest(LINK – AFS – Test) zeigen.

Durch einen Computertest – „Aufmerksamkeit, Funktion und Symptom Methode“ (AFS – Methode) – stellen LegasthenietrainerInnen fest, ob es sich tatsächlich um Legasthenie und/oder Dyskalkulie handelt oder ob eine Leserechtschreibschwäche vorhanden ist.

Die Feststellung ist wesentlich, da es bei vorhandener Legasthenie und/oder Dyskalkulie nicht ausreicht, nur Lesen, Schreiben und Rechnen zu üben, sondern auch ein Training der Sinneswahrnehmungen und der Aufmerksamkeit notwendig ist.

Das Legasthenietraining ist grundsätzlich in jedem Alter möglich. Die Methoden des Trainings variieren selbstverständlich je nach Alter. Je früher mit dem konsequenten Training begonnen wird, desto schneller können sich Erfolge einstellen und umso mehr können Frustrationserlebnisse vermieden werden.

Wird Legasthenie oder Dyskalkulie nicht rechtzeitig erkannt, können Folgeerscheinungen, wie zum Beispiel Leistungsstörungen oder Verhaltensauffälligkeiten, auftreten.

Damit Sie mit Ihren Fragen und Schwierigkeiten nicht alleine bleiben, biete ich Ihnen nicht nur ein individuelles Training ihrer Kinder sondern auch umfassende Beratung und gezieltes Elterncoaching an.